Montag, 19. Januar 2015

DAX, EZB, SNB & Griechenlandwahl

EZB Sitzung am 22. Januar!

Der Markt antizipiert bereits die von Herrn Draghi angestrebten Anleihekäufe. Die Meldung, dass der Europäische Gerichtshof eine Richtung zugunsten des Erwerbs von Staatsanleihen angedeutet hatte, war wohl neben dem SNB Entscheidend ein weiterer Teilaspekt der starken Bewegung am Donnerstag und auch noch am Freitag. Ein Gutachter sieht den Kauf unter Bedingungen für zulässig. Obwohl der Europäische Gerichtshof sein Urteil im Herbst erst fällt, kommen unmittelbar vor der EZB Sitzungen diese Äußerungen zustande. Ein Freibrief für Draghi.

Wußte die EZB schon mehr?

Die Beweggründe der Schweizerischen Notenbank (SNB) laufen in eine ähnliche Richtung. Der Aufwärtsdruck auf den Franken war extrem groß und durch die erwarteten Anleihenkäufe wuchs dieser weiter. Die SNB hatte in den letzten Jahren bereits massive Währungskäufe im Euro vornehmen müssen, um den Wechselkurs bei 1,20 halten zu können. Dabei wurden 60 Mrd. Franken an Verlusten in den letzten Jahren „eingenommen“. Eine jede normale Bank wäre Konkurs gewesen – die SNB kann dies aufgrund ihrer Funktion jedoch vermeiden. Im Übrigen wird die Schweizer Nationalbank an der Börse gehandelt.

Der Druck und möglicherweise auch die Kenntnis über die weitere Vorgehensweise der EZB veranlasste die SNB zu diesem notwendigen, aber doch etwas überraschenden Schritt. Vielleicht hätten Marktteilnehmer noch eine Änderung der „Verteidigungslinie“ auf 1,05-1,15 erwartet, aber eine vollständige Entfernung der Interventionslinie jedoch nicht.

Hohe Erwartungen am Markt = Rückschlagsgefahr

Die Erwartungen des Marktes sind klar. Draghi wird erste tatsächliche Anleihenkäufe am Donnerstag verkünden. Kommt dies jedoch nicht, dann besteht eine deutliche Gefahr einer Abwärtsbewegung an den Folgetagen. Aber auch die jetzige Bewegung eskomptierte eine Menge, sodass eine Verkündigung pro Anleihenkäufe auch eine Konsolidierungschance für den DAX enthält.

Risikoniveau am Markt hoch - Statistische Formel sieht positive Nachrichten bereits in den Kursen eskomptiert.

Wir prognostizieren die mittelfristige Marktchance gerne mit einer Marktstrukturanalyse. Dabei wird über eine Clusterwolke die Marktrichtung und über diverse Abweichungsanalysen der relative Risikograd gewichtet.

Der Trend ist weiterhin aufwärtsgerichtet. Das dazugehörige Risiko ist "High Risk". Solange der Trend nach oben gerichtet ist, kann der DAX weiter gehalten werden. Aufgrund des Risikogrades "High Risk" sind wir derzeit nicht bereit die größten Risiken einzugehen. Unsere 3 DAX-Modelle und Musterdepots für DayTrader und Berufstätige sind weniger aggressiv investiert oder sogar gar nicht. Das DayTrader Modell konnte auf der Short-Basis einen Gewinn von +36 Punkten am heutigen Montag verbuchen. Dagegen sind die Musterdepots für die Mehrtages- bzw. Mehrwochen-Disposition seit Ende letzter Woche nicht investiert.


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