Freitag, 30. Mai 2014

DAX: 10.000er Marke ein Quantensprung?



Die Europawahl ist vorüber. Der DAX steigt am Montag, der DAX stieg in den vergangenen Wochen trotz der Ukraine Krise. In den USA sind die Märkte überbewertet, in Europa neutral/fair bewertet. Woher kommt diese Fantasie? 

Nachdem zeitweise Valueaktien gegenüber den Wachstumswerten (Growth) seit Wochen outperformt haben, haben wir bereits die letzte Woche treffend darstellen können, dass Growth outperformen kann. 

Und in der Tat. Google & Co haben wieder erste Lebenszeichen erhalten und stiegen teilweise deutlich an. Aber sie bewirken, dass die Indizes wieder kletterten. Noch haben nicht alle Werte reagiert. Beispielsweise Twitter – unser neuester Musterdepotwert.
Der DAX nimmt einen Anlauf auf die 10.000er Marke und nach mehr als 14 Jahren sind die alten Hochstände aus den Jahren 2000 und 2007 vor einem Jahr substanziell nach oben verlassen worden. Die Konsolidierung zwischen 9000 und 9800 Punkten dauerte streng genommen etwas mehr als 6 Monate und ist am Montag beendet worden. Die Zukunft wird zeigen, wie nachhaltig dieser Bruch ist.

http://k-analytics.de/100-nachrichten-ticker/156-start-in-eine-neue-dimension.html

Viele Value-Investoren und darunter auch nicht wenige Gurus äußern sich derzeit teilweise sehr negativ. Dabei werden Kursrisiken von 30-50% proklamiert.
Der DAX konsolidierte streng genommen seit ca. 6 Monaten und testete den Bereich nach unten mehrmals aus. Der DAX stieg bekanntlich zwischen Mitte April 2013 und Ende November/Anfang Dezember 2013 um fast 30%. Die 6-monatige Konsolidierung war normal und zeigte grundsätzlich Stärke. Auch diverse Negativmeldungen wurden einfach weggesteckt.

Der DAX ist ein Performance-Index und beinhaltet Dividenden. Ein Blick auf die Einzelwerte zeigt indes wenig neue Hochstände – teilweise sind die Kurse durch die Dividendenabschläge optisch zurückgeblieben. Auffällig sind einige Charts dennoch: Adidas 78,88 – Hoch über 93; Allianz 123,10 – Hoch über 134; die Banken sind meilenweit von ihren Hochs entfernt; Fresenius Medical Care rund 10% unter den Hochständen; SAP aktuell bei 55,10 – Hoch bei 63.

http://k-analytics.de/mitglieder-portal/s-p500-daytrading.html

Die Situation ist ähnlich der Nasdaq Lage vor einigen Tagen. Schwäche (Anstieg wird von wenigen Aktien getragen) oder Nachholpotenzial, welche den Index unterstützt? Die Philosophie der Marktbewertung ist eine wichtige Angelegenheit. Wir haben die Bewertung schon hier mehrfach beschrieben. In Europa sind die Märkte nicht unterbewertet, eher fair bis leicht überbewertet zu interpretieren. In den USA ist der Markt deutlich überbewertet.

In diesem Umfeld treffen sich positive wie negative Stimmen und führen zu starker Unsicherheit. Generell sollte diesmal wie folgt vorgegangen werden. Die Weltwirtschaft signalisiert Wachstum, was den Markt unterstützt. Dieses Wachstum ist aber moderat. Die Einschätzung auf die Gewinne sollte nicht überschätzt werden. Daher achten wir ausnahmsweise – weil der Markt eben durch die Finanzmarktkrise verflixt ist, stärker als gewohnt auf die Charttechnik.

Was sagt die Charttechnik aus? Der Ausbruch aus einer sechsmonatigen Seitwärtsbewegung bei gleichzeitiger Verarbeitung diverser Negativnachrichten ist sehr beachtlich. Charttechnisch gilt die folgende Grundregel:
Die Breite der Seitwärtsbewegung ist gleich der Länge der nachfolgenden Aufwärtsbewegung (nicht in Monaten). Dies würde in etwa ein Kursziel von 12.000 -13.000 Punkten entsprechen!!!


Quelle: K-Analytics; Charts by Market Maker

Fazit. Die entwickelten Länder und Indizes sind in der Regel im Trend, aber gelten kaum als unterbewertet. Die konjunkturelle Bewegung unterstützt die Marktentwicklung. Die Rolle der Charttechnik sollte nicht überbewertet werden, aber ist gerade in dieser sehr „unschlüssigen“ Zeit ein Hilfsanker inwieweit Positionen durchgehalten werden können. Für uns ein wenig überzeugender.

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