Die Europawahl ist vorüber.
Der DAX steigt am Montag, der DAX stieg in den vergangenen Wochen trotz der
Ukraine Krise. In den USA sind die Märkte überbewertet, in Europa neutral/fair
bewertet. Woher kommt diese Fantasie?
Nachdem zeitweise
Valueaktien gegenüber den Wachstumswerten (Growth) seit Wochen outperformt
haben, haben wir bereits die letzte Woche treffend darstellen können, dass
Growth outperformen kann.
Und in der Tat. Google &
Co haben wieder erste Lebenszeichen erhalten und stiegen teilweise deutlich an.
Aber sie bewirken, dass die Indizes wieder kletterten. Noch haben nicht alle
Werte reagiert. Beispielsweise Twitter – unser neuester Musterdepotwert.
Der DAX nimmt einen Anlauf
auf die 10.000er Marke und nach mehr als 14 Jahren sind die alten Hochstände
aus den Jahren 2000 und 2007 vor einem Jahr substanziell nach oben verlassen
worden. Die Konsolidierung zwischen 9000 und 9800 Punkten dauerte streng
genommen etwas mehr als 6 Monate und ist am Montag beendet worden. Die Zukunft
wird zeigen, wie nachhaltig dieser Bruch ist.
Viele Value-Investoren und
darunter auch nicht wenige Gurus äußern sich derzeit teilweise sehr negativ.
Dabei werden Kursrisiken von 30-50% proklamiert.
Der DAX konsolidierte streng
genommen seit ca. 6 Monaten und testete den Bereich nach unten mehrmals aus.
Der DAX stieg bekanntlich zwischen Mitte April 2013 und Ende November/Anfang
Dezember 2013 um fast 30%. Die 6-monatige Konsolidierung war normal und zeigte
grundsätzlich Stärke. Auch diverse Negativmeldungen wurden einfach weggesteckt.
Der DAX ist ein
Performance-Index und beinhaltet Dividenden. Ein Blick auf die Einzelwerte
zeigt indes wenig neue Hochstände – teilweise sind die Kurse durch die
Dividendenabschläge optisch zurückgeblieben. Auffällig sind einige Charts dennoch:
Adidas 78,88 – Hoch über 93; Allianz 123,10 – Hoch über 134; die Banken sind
meilenweit von ihren Hochs entfernt; Fresenius Medical Care rund 10% unter den
Hochständen; SAP aktuell bei 55,10 – Hoch bei 63.
Die Situation ist ähnlich
der Nasdaq Lage vor einigen Tagen. Schwäche (Anstieg wird von wenigen Aktien
getragen) oder Nachholpotenzial, welche den Index unterstützt? Die Philosophie
der Marktbewertung ist eine wichtige Angelegenheit. Wir haben die Bewertung
schon hier mehrfach beschrieben. In Europa sind die Märkte nicht unterbewertet,
eher fair bis leicht überbewertet zu interpretieren. In den USA ist der Markt
deutlich überbewertet.
In diesem Umfeld treffen
sich positive wie negative Stimmen und führen zu starker Unsicherheit. Generell
sollte diesmal wie folgt vorgegangen werden. Die Weltwirtschaft signalisiert
Wachstum, was den Markt unterstützt. Dieses Wachstum ist aber moderat. Die
Einschätzung auf die Gewinne sollte nicht überschätzt werden. Daher achten wir
ausnahmsweise – weil der Markt eben durch die Finanzmarktkrise verflixt ist,
stärker als gewohnt auf die Charttechnik.
Was sagt die Charttechnik
aus? Der Ausbruch aus einer sechsmonatigen Seitwärtsbewegung bei gleichzeitiger
Verarbeitung diverser Negativnachrichten ist sehr beachtlich. Charttechnisch
gilt die folgende Grundregel:
Die Breite der
Seitwärtsbewegung ist gleich der Länge der nachfolgenden Aufwärtsbewegung
(nicht in Monaten). Dies würde in etwa ein Kursziel von 12.000 -13.000 Punkten
entsprechen!!!
Quelle: K-Analytics; Charts by Market Maker
Fazit.
Die
entwickelten Länder und Indizes sind in der Regel im Trend, aber gelten kaum
als unterbewertet. Die konjunkturelle Bewegung unterstützt die
Marktentwicklung. Die Rolle der Charttechnik sollte nicht überbewertet werden,
aber ist gerade in dieser sehr „unschlüssigen“ Zeit ein Hilfsanker inwieweit
Positionen durchgehalten werden können. Für uns ein wenig überzeugender.


Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen
Hinweis: Nur ein Mitglied dieses Blogs kann Kommentare posten.